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Lebenszeichen

Tagesmeditationen

27. Januar

Wenn es dir vorkommt, als messe sich rundherum keiner mit dir, ist es an der Zeit, deinen eigenen Maßstab zu überprüfen.
Bill Lemley

Wir alle sind einerseits übertrieben kritisch und andererseits überempfindlich gegen Kritik.

Manche von uns tragen eine Maske, aber darunter sieht es ganz anders aus.

Andere wiederum verfluchen jeden, der ihnen begegnet. Und wieder andere sparen sich alle Kritik für ihren Partner auf, während sie zum Rest der Welt die Freundlichkeit in Person sind.

Egal, welche dieser Strategien wir verwenden, wir sitzen in einer Falle. Vielleicht sind wir uns dessen bewusst, erkennen aber doch nicht, dass das Problem hauptsächlich in uns liegt. Wir müssen unsere Beziehungen ganz genau betrachten. Haben wir uns vielleicht ein Verhalten angewöhnt, durch das uns niemand etwas anhaben kann? Sind wir uns selbst gegenüber sehr anspruchsvoll und kritisch?

Vielleicht müssen wir gar nicht so sehr unsere Maßstäbe ändern, sondern einfach nur lockerer mit ihnen umgehen. Wenn wir selbst unser bester Freund werden und uns etwas mehr Spielraum lassen, können wir auch anderen gegenüber viel toleranter sein.

Ich kann mich nicht zwingen, weniger kritisch zu sein. Aber ich kann meinen eisernen Griff lockern, so dass meine Leichtigkeit mehr zum Vorschein kommt. Ich kann mir abgewöhnen, mir selbst und anderen gegenüber den Richter zu spielen.

27.1.08 10:35


Die gefällt mir grad gut, hab gar nicht weiter gesucht...

 

26. Januar

Jeder Mann trägt das Spiegelbild einer Frau in sich. Und jede Frau trägt das Spiegelbild eines Mannes in sich. In jedem Mann und in jeder Frau lebt auch der alte Mann und die alte Frau, der kleine Junge und das kleine Mädchen.
Hyemeyohsts Storm

Diese Lehre der Cheyenne-Indianer erinnert uns daran, dass wir nicht isoliert sind. Wir haben viele Verbindungen zu uns selbst und zu anderen Menschen.

Während wir dies lesen, tun wir es vielleicht mit den Augen eines kleinen Jungen, der gerade lesen lernt. Andererseits vermittelt uns ein Blick in den Spiegel vielleicht einen Eindruck von dem alten Mann, der wir einmal sein werden.

Durch die Nähe zu unserer Mutter, unseren Schwestern und Geliebten haben wir Teile unserer selbst in ihnen wieder gefunden.
Wenn wir sie alle willkommen heißen - den kleinen Jungen, der wir waren, den alten Mann, der wir einmal sein werden, die weiblichen Anteile in uns - werden wir stärker, weiser und spiritueller. Wir brauchen nicht zu erschrecken, wenn wir Züge an uns entdecken, die uns nicht männlich genug erscheinen. Wir sind männlich und daneben noch vieles andere mehr. Dieses Bewusstsein schafft Frieden in unserem Inneren.

Heute will ich in den Gesichtern alter Menschen Spuren des Kindes, in Kindergesichtern Vorzeichen des Alters, im Mann die Frau und in der Frau den Mann erkennen.

26.1.08 10:27


25. Januar 

Nur solche Sicherheitsmaßnahmen, die du selbst triffst mit deiner dir eigenen Macht, sind gut, verlässlich und dauerhaft. (Machiavelli) 

Auf welches Fundament stützen wir uns, um geborgen zu sein? Dies ist eine wichtige, tatsächlich grundlegende Frage. 

Eines der wesentlichen Bedürfnisse des Menschen ist das nach Geborgenheit. Doch wie bei jeder Suche ist es auch hier so, dass der Gegenstand unseres Verlangens aus dem Blick gerät, wenn wir ihn dort aufspüren wollen, wo er nicht sein kann; so fordern wir Misserfolg und Enttäuschung geradezu heraus. 

Viele gründen ihr Streben nach Geborgenheit auf Äußerlichkeiten. Das heißt, sie bauen ihr Haus auf Sand. Schönheit ist vergänglich, den Ruhm hält niemand fest, Reichtum kann sich schnell in nichts auflösen, und die Gesundheit ist zumindest anfällig. Was also ist derart sicher, dass man darauf zählen kann? 

Es gibt nur eine Gewissheit, die nicht beeinträchtigt wird, und diese hat ihren Wohnsitz im Innern. Sie gründet im Glauben an uns selbst, in unserer Fähigkeit, nicht nur mit den Dingen so zurechtzukommen und irgendwie zu überleben, sondern das Leben wirklich zu feiern. Das ist die einzige Gewissheit von Dauer. Wie schwer es für uns, die wir mit den Problemen aus der Kindheit konfrontiert sind, auch sein mag zu begreifen, dass wir uns ganz und gar vertrauen können: es ist noch immer die einzige bleibende Gewissheit, die Geborgenheit schenkt. 

Der Gewinn, den ich aus dem Selbsthilfeprogramm ziehe, gibt mir Sicherheit. Nie zuvor hatte ich ein stärkeres Selbstwertgefühl.

25.1.08 13:19


so, die kommt jetzt einfach hierher.... 

 

24. Januar

Du mußt eine Vorstellung davon haben, was du willst. Sonst kommt irgendwann jemand daher und schwätzt dir etwas auf, was dir sehr schaden kann, deine Selbstachtung untergräbt und dich die Talente vergessen lässt, die Gott dir gegeben hat.
Richard Nelson Bolles

Wenn wir uns im Verlauf unserer Genesung selbst kennen lernen, müssen wir uns eine neue Selbstdisziplin aneignen. Dadurch vertiefen wir die Beziehung zu uns selbst und entwickeln ein besseres Gefühl dafür, was wir schätzen und was uns wichtig ist und was nicht.

Inzwischen wissen wir, dass es das Böse in der Welt gibt, dass auch dem Guten Schlimmes widerfährt und der Gerechte nicht immer siegt. Wohl wissend, dass das so ist, müssen wir lernen, standhaft zu sein und uns nicht einwickeln zu lassen, wenn unsere Werte und Einstellungen in Gefahr geraten. Wenn wir flexibel genug sind, um Fehler zu machen, wachsen und lernen wir. Aber wir müssen auch für die Werte geradestehen, an die wir heute glauben. Auf keinen Fall dürfen wir den Kräften folgen, die uns deprimieren und zerstören. Diese negativen Kräfte kommen meist von innen und nicht von außen. Wo immer sie auftauchen, ist unsere stärkste Waffe gegen sie, genau zu wissen, was wir wollen, und was uns wichtig ist.

Heute will ich nach der Weisheit streben, die mich meine Werte erkennen lässt und die mir hilft, für meine Überzeugungen geradezustehen.

24.1.08 10:23


 

25. September

Wir sollten es uns gut überlegen, bevor wir eine Tür zuschlagen, Brücken abbrechen und den Ast, auf dem wir sitzen, absägen. (Richard L. Evans)

Jeder von uns hat schlechte Tage, Menschen enttäuschen uns, Ereignisse und Umstände deprimieren uns. In solchen Zeiten verspüren wir oft nur noch Wut. Doch meistens begehen wir den Fehler, dass wir uns in unserer Wut hinreißen lassen, Dinge zu sagen, die wir später bereuen, kurzsichtige Entscheidungen treffen oder jemandem die Tür zuschlagen.

Manchmal lässt sich eine zugeschlagene Tür nie wieder öffnen, und Menschen, die wir beleidigt und verletzt haben, ziehen sich vielleicht für immer von uns zurück. Und von der Wut diktierte Entscheidungen können manchmal nicht mehr rückgängig gemacht werden – oder nur nach langer Zeit und unter großer Anstrengung.

Ein Wutausbruch muss nicht unbedingt das Ausmaß eines Vulkanausbruches annehmen. Wenn wir lernen, unsere Wut eine Weile zu unterdrücken und zu warten, bis wir uns beruhigt haben und wieder einen klaren Gedanken fassen können, werden wir unangenehme und bedauerliche Folgen vermeiden.

Wir sollten den Ärger, den wir heute mit uns herumtragen, am Abend nicht an einem Menschen, einem Platz oder einer Sache auslassen. Wir wollen heute Abend abwarten, dass sich die Wogen glätten und unser erhitztes Gemüt sich wieder beruhigt, damit wir die Dinge von einer anderen Warte aus betrachten. Warten zu können ist ein Beweis für Klugheit und Reife.

Wie kann ich die Zeit nützen, um meine Wut zu besänftigen?

 

Aus: Licht in der Nacht - ein Buch zur nächtlichen Meditation

 


24.9.07 19:50


8. September

Versuche nicht, Sägespäne wieder zusammenzufügen. (Dale Carnegie)

Der Berg von Sägespänen, der sich unter einer Tischlerarbeit anhäuft, kann nie wieder seine ursprüngliche Form zurückerlangen. Die Holzbretter, die beim Hausbau verwendet werden, können nie wieder als Bäume in einem Wald stehen. Ein Naturgesetz besagt: Etwas, das seinen Zustand ändert und eine andere Form annimmt, kann nie mehr seinen ursprünglichen Zustand zurückerlangen.

Es leuchtet uns ein, dass sich dieses Gesetz auf die Natur anwenden lässt, aber es fällt uns schwer zu glauben, dass auch die Vergangenheit nicht rückgängig gemacht werden kann. Die Vergangenheit kann nie wieder Gegenwart werden. Auch wir sind nicht mehr dieselben Menschen, die wir mit fünf, zehn oder zwanzig Jahren waren. In der Vergangenheit leben zu wollen bedeutet, Sägespäne kitten zu wollen. Um in der Gegenwart zu leben, müssen wir neues Holz bearbeiten und neue Berge von Sägespänen anhäufen.

Heute Abend will ich aufhören, in der Vergangenheit zu leben, sondern die Gegenwart zu sehen, wie sie wirklich ist: unberührt, frisch und neu.


Aus: Licht in der Nacht - ein Buch zur nächtlichen Meditation
13.9.06 09:48


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