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Lebenszeichen

Hell und Dunkel

Habe heute folgende Übung (zum Thema Herbst) entdeckt und gemacht:

Setzen oder legen Sie sich entspannt hin und stellen Sie sich eine altmodische Waage mit zwei Waagschalen vor.

Zunächst sind die Waagschalen im Gleichgewicht; aber allmählich legt sich auf die eine mehr und mehr Dunkel: das Kürzerwerden der Tage, Angst, Zweifel, alles Grausame, das in der Welt geschieht...

Und nun stellen Sie sich vor, wie Sie das Dunkel aufwiegen durch Helles, das Sie in die andere Schale legen: Hoffnung und Zuversicht, Liebe, Licht, das auch im Dunkeln da ist, Erlebnisse von Bewahrtwerden, Führung und Hilfe...

Beachten Sie, wie sich mit jedem Hellen, das sie dazu legen, die Schale mit dem Dunklen ein wenig hebt, ein wenig an Gewicht verliert, und überlassen Sie sich den Gedanken und Empfindungen, die das in Ihnen auslöst.


Ich war ganz schnell drin - da war die Waage - und dann kam schon Schlag auf Schlag, all die Schläge, die sich durch mein Leben ziehen... und immer noch was drauf und nochwas und irgendwann war die Waagschale mit dem Dunklen so voll und schwer und lag auf dem Boden, dass ich dachte, das ist unmöglich, die wieder hochzukriegen.... Shock1

Aber ich fing an, konzentrierte mich auf die andere Waagschale und fing an, sie zu füllen. Mit allem, was sich jemals gut angefühlt hatte... Und mir wurde immer leichter und leichter und leichter, und immer heller und froher ums Herz... - und ich fühlte, dass es nicht wahr ist, dass das Dunkle überwiegt....

Aber dann passierte etwas Sonderbares, also, noch etwas Sonderbares...: ich versuchte, nachdem ich zuletzt nur noch in meinem Gefühl, losgelöst von dem Bild mit der Waage war, mir vorzustellen, wie beide Schalen im Gleichgewicht waren, oder wie sogar die helle schwerer würde als die dunkle - und das ging nicht. Weil ich das Gefühl hatte, dass es keinen Sinn macht... dass die dunkle Schale eben auf den Boden gehört, auf dem Boden sein muss, damit die andere, die helle Schale, in den Himmel reicht.
All das Dunkle, vielleicht hat es mich so dem Himmel näher gebracht...

 

Aber noch viel mehr verstand ich, als ich das Bild malte:

ich hatte die obigen Gedanken in mein Glückstagebuch geschrieben und malte dann als Deko sozusagen ein Bild dazu: die Waage eben, mit der Schale voll Dunkel auf dem Boden, und der Schale voll Hellem in den Himmel reichend... - aber ich malte keine Waage, sondern eher eine Wippe; und ich begann mit dem Punkt in der Mitte an dem alles aufliegt. Und da wurde mir klar, dass das eigentliche Zentrum des Geschehens weder die dunkle, noch die helle Schale ist - es ist die Mitte der Waage/der Wippe - es ist der Punkt, wo hell und dunkel ausbalanciert wird.
Es ist vielleicht gar nicht so wichtig, was in die Schalen gepackt wird, wichtig ist, was hier geschieht: hier ist das Eigentliche am Werk, hier lebt das Geheimnis, hier wächst etwas...
Ich glaube, auf dieses Zentrum kommt es an.

7.10.06 14:01
 

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