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Lebenszeichen

 

 

Das Thema "Jahresthema - Arbeit" hatte ich an anderer stelle begonnen , möchte es aber hier weiterführen. Zunächst die älteren einträge...

 

Ich hab an andrer Stelle ja schon einmal gesagt, dass ich mir zum neuen Jahr oft überlege, was dieses Jahr dran ist, oder, um es mit Anselm Grün zu sagen:
Welches Feld meines Lebens will ich dieses Jahr urbar machen, bearbeiten?

Fürs neue Jahr nehme ich zwei Schwerpunkte wahr:

- Ich möchte mehr Ordnung in mein Leben bringen. Schwerpunkt: mein Arbeitszimmer. Ich möchte, dass mein Tun, und v.a. mein Schreiben, den Namen „arbeiten „ verdient – und mein Arbeitszimmer wirklich ein Arbeitszimmer ist.

Zu dem anderen komme ich durch einige Zeilen von Anselm Grün (huch, schon wieder... – also, eigentlich bin ich gar kein Fan von ihm...)


„Ein neues Jahr ist wie ein Land, auf dem Neues wachsen kann. Wenn Gott neue Samen auf mein Feld legt, dann ist meine Aufgabe, es urbar zu machen, damit der Same aufgeht und Neues, Ungeahntes, Unerwartetes, Wunderbares in mir zur Blüte kommen kann.“
(das mit dem urbar machen hatte ich aber nicht hierher.... das ist viel älter...)

Also, zweiter Schwerpunkt:

- Mich zufragen und aufmerksam zu sein für: Wo legt Gott neue Samen auf mein Feld? Wo ist in meinem Leben Ungeahntes, Unerwartetes ahnbar? Wo soll ich das Feld bestellen, damit der Same aufgehen kann?

Also weniger, das was ich will und sinnvoll finde umzusetzen (das ist der erste Impuls), als eben auch genau hinhören, was Gott pflanzen möchte, wachsen lassen möchte.

Und weil ich es ganz hilfreich finde, was Dagmar Müller in ihrem Jahresbuch zum Thema „Ziele setzen“ schreibt, auch das hierher (auszugsweise)

- Suchen Sie sich eine ruhige Stunde und einen ruhigen Ort
- Lassen Sie alle Gedanken aufsteigen, die Sie mit dem neuen Jahr verbinden. Versuchen sie, Ängste und Sorgen in positive Erwartungen umzuwandeln (‚ich habe angst, das Geld reicht nicht’ in ‚ich werde genug Geld verdienen’
- Beschreiben Sie dann in einfachen Sätzen, wie sie sich ihr Leben im kommenden Jahr vorstellen, z.b.:
- ............. ich verdiene genug Geld
- ............. ich gebe meine Gewohnheit auf, mir Sorgen zu machen
- Machen Sie sich klar, wie begrenzt die Macht Ihres Willens ist. Legen Sie Ihre Ziele in die Hände einer Höheren Macht und lassen Sie sie innerlich los. Bleiben Sie nur soweit mit ihnen in Kontakt, dass Sie sich dann und wann das Ergebnis bildhaft vorstellen oder mit positiven Sätzen nähren; aber denken Sie nicht ständig darüber nach, ob und wie und wann das Gewünschte eintreten wird.
- Vertrauen sie drauf, dass sich alles verwirklicht, was gut für Sie ist. Lassen Sie der Entwicklung Zeit.

Ich formuliere meine Ziele noch einmal auf diese Art...


In mein Leben, insbesondere mein Arbeitsleben, wird mehr Ordnung kommen; lebendige, lebensfördernde Ordnung.
Ich werde achtsam sein für Gottes Samen in meinem Leben, damit Neues, Ungeahntes, Wunderbares wachsen und entstehen kann Und so immer mehr das Wunder werden, dass ich bin.

Fühlt sich gut an...

(Januar 2007)

 


10.5.07 14:07


 

 

Ein Beitrag im Zusammenhang mit AAS (Anonyme Arbeitssüchtige)

Für dieses Jahr hab ich mir als Schwerpunkt mein Arbeitsleben vorgenommen. Und ich habe beim Lesen einiger Beiträge hier das Gefühl gehabt, das trifft ja alles auf mich zu! Dabei wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, mich den AAS als zugehörig zu betrachten. Meine Familie beispielsweise würde in schallendes Gelächter ausbrechen... Eines ihrer Lieblingsschimpfadjektive für mich lautete: stinkenfaul.

Dann hab ich auf der Webseite von AAS ( http://www.arbeitssucht.de/index.html ) ein wenig gelesen. Die Präambel, die Fragen, ob man betroffen sei - und wieder fühle ich mich zugehörig. Vielleicht habe ich hier ein größeres Problem, als mir bewusst war...

Ich denke dass meine Erwerbsunfähigkeit ganz viel auch mit total verinnerlichter Verweigerung zu tun hat. So verinnerlicht, dass ich es bewusst gar nicht aufheben kann. Ich habe mich denen verweigert, die mich immer nur runtergemacht haben.

Aber ich habe auch immer wieder erlebt, wie sehr ich mich danach sehne, etwas sinnvolles zu tun. Wie sehr ich mich nach sinnvoller arbeit sehne. Dass ich total engagiert bin, wenn ich mich zugehörig fühle. Dass ich ein ausgesprochen aktiver Mensch bin. Zum Beispiel in der Zahnarztgeschichte: als ich erfuhr, die machen sinnvolle Arbeit hier, war mein einziger Wunsch, mitmachen zu wollen, auch ohne Bezahlung.

Andererseits fällt es mir schwer, in das, was ich jetzt als meine Arbeit betrachte - und da gehört zum Teil auch dieses Forum zu - eine Struktur zu bringen. Ich bring es eben auch fertig, stundenlang zu surfen, während hier eigentlich wichtige Sachen liegen. Das sind Sachen, die ich ändern möchte.

 

Februar 2007 

10.5.07 14:11


 

 

Arbeit - Klärung in Erwerbsunfähigkeit/-losigkeit

Bei meinen Überlegungen zum Thema "Arbeit" geht mir auf, dass das, was ich als große Anforderung an studentisches Arbeiten erlebt habe, sich in der Erwerbslosigkeit noch vielfach gesteigert hat. (Beim Tippen denk ich auf einmal: und Hausfrauen? Wie ist das eigentlich da? Mütter...?)
Heute muss ich nicht nur selber dafür sorgen, dass ich mich hinsetze und was tue, ich muss mir nicht nur selber die Termine und Prüfungen setzen
* - ich muss auch noch den Stoff selber bestimmen. Muss bestimmen, was dran ist. Was heute meine Arbeit ausmachen soll.

Ich kann nicht leben ohne sinnvolles Tun. Allerdings möchte ich es oft genug lieber nicht "Arbeit" nennen. Arbeit ist für mich irgendwie immer etwas Fremdbestimmtes, Unerfreuliches, Entfremdetes. Arbeit ist das,was Sklaven tun.

Wie nenne ich meins?
Aktivität fällt mir zuerst einmal ein.

Zu
* Muss ich das? wirklich? Oder muss ich nicht vielmehr lernen, achtsam dafür zu werden, welche Aufgaben dran sind... - weil das Leben sie stellt.
Und bedeutet meine Erwerbslosigkeit nicht auch den ungeheuren Luxus, dafür freigestellt zu sein?

 

Februar2007 

10.5.07 14:13


 

 Zitat von Dorothee Sölle:

"Arbeit ist nicht nur ein Mittel, in einer feindlichen Umwelt zu überleben. Sie ist Leben, Ausdruck dessen, was es bedeutet, ein Mensch zu sein, nämlich ein schöpferisches Wesen. Der Arbeiter gibt sich durch seine Arbeit zu erkennen."

Arbeit hat nach Sölle drei wesen-tliche Dimensionen: Selbstausdruck des Menschen, soziale Beziehungshaftigkeit und Versöhnung mit der Natur.

Auf welche Arbeit trifft das in unserer Gesellschaft zu?

Die Wurzeln des Wortes Arbeit decken sich mit meinem Gefühl: unwürdige, mühselige Tätigkeit
verwandt mit verwaist (nur Waisen tut man das an)
und im slawischen Sprachraum mit roboter

Genau so erlebe ich Arbeit. Und dass sie tendenziell immer stärker so wird...

Aber es muss auch eine andere Form von Arbeit geben, Arbeit freier, mündiger Menschen. Arbeit, wie Sölle sie beschreibt...

*********



Sind wir nicht alle auf eine Art verwaist? Weil wir von unserem Urgrund abgeschnitten sind...

 

Februar 2007 

10.5.07 14:14


Nach einem langen Gespräch auf der Einkaufsstraße mit einer Mutter, deren Sohn in eine Gewaltvideoherstellung verwickelt ist - obwohl eigentlich alles in Ordnung ist, wie sie zunächst sagt... - denke ich später, vielleicht macht es doch Sinn: dass ich arbeitslos bin, meine Ausbildung, mein Zeit haben ... - weil ich so da sein kann für solche Gespräche zum Beispiel...

 

februar 2007 

 

10.5.07 14:14


 

Tagesgedanken von Tolstoi vom 19. Februar

Es ist eine Sünde, keiner Arbeit nachzugehen, auch wenn es für den Lebensunterhalt nicht erforderlich ist.

Eine der schönsten und reinsten Freuden ist die Ruhe nach der Arbeit.
(nach Immanuel Kant)

Arbeite stets. Glaube nicht, Arbeit sei ein Unglück für dich, und strebe weder Lob noch Lohn für deine Arbeit an.
(Mark Aurel)

Die hervorragenden Gaben gehen durch Nichtstun verloren.
(Michel de Montaigne)

Nichts verleiht dem Menschen ein erhabeneres Gefühl als die Arbeit. Ohne Arbeit hat der Mensch keine Würde. Deshalb sind Müßiggänger derart mit der oberflächlichen Zurschaustellung ihrer Bedeutung beschäftigt; sie wissen, dass andere sie sonst verachten würden.

Nehmen wir die Wahrheit an und bereuen unsere Sünden, verstehen wir auch, dass niemand besondere Rechte, Vorteile oder Privilegien in diesem Leben haben kann. Unsere Aufgaben und Verpflichtungen haben weder ein Ende noch Grenzen. Und unsere erste und wichtigste Verpflichtung besteht darin, mit der Natur um unser und das Leben anderer zu kämpfen.

(Ich arbeite dieses Jahr das Büchlein mit Tolstois Tagesgedanken durch und es passte grad so gut...)

 

februar 2007 (wow, im Februar war ich echt fleissig!)

10.5.07 14:15


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