<!-- %TITLE% -->

Lebenszeichen

Der große schwarze Stein

Habe heute mit jemand gesprochen über den Stein, den großen schwarzen...
Der eine hat ihn vor sich liegen, der/die andere schiebt ihn beständig den Berg hinauf und schafft es nicht... er ist zu schwer...
Der große schwarze Stein – all die Last, die wir aus unserer Vergangenheit mit uns herum schleppen, all die Last, die aus unseren kaputten/kranken familiä-ren Bindungen erwächst...

Ein Bild fiel mir später ein, dass ich vor vielen Jahren gemalt habe, bzw. ein Bilderzyklus.

Erstes Bild: der große schwarze Stein. Er liegt vor mir und versperrt mir den Weg. Ich kann nicht weiter gehen, mein Weg ist blockiert.

Zweites Bild: Nur Schwärze. Der Stein hat mit seiner Schwärze alles verschluckt, nichts ist da mehr als Schwärze; Schmerz, völlige Lähmung; Aussichtslosigkeit.

Drittes Bild: Bunte Fantasielandschaft, vor allem an die vielen Schmetterlinge erinnere ich... – es war die Phase: ich mach mir die Welt, widewidewie sie mir gefällt... ; kein Stein mehr – aber dafür Realitätsverlust. Keine Dauerlösung

Viertes Bild: wieder ein Ich auf seinem Weg, keine Schmetterlinge mehr und der Stein jetzt nicht mehr außen, sondern innen: in meinem Herzen; ich habe den Schmerz in mich hineingeholt und der Weg ist wieder frei. Der Stein ist nicht mehr riesig, und er füllt auch nicht mein ganzes Herz aus; da ist auch helles, freundliches...


Mir scheint, dass dieser Zyklus von mir immer wieder neu durchlebt wird; im-mer wieder neu das Trauma, das mich nicht weiter gehen lässt – und immer wieder neu dann doch ein Stück Integration. Habe gerade wieder mal eine sol-che Phase hinter mir; wieder mal im Kontakt mit meiner Mutter...

Immer wieder neu unerträgliche Spannung aushalten – bis dann doch aus dieser Spannung heraus ein neuer Schritt möglich wird. Es geht... – Und wenn wieder mal ein Stück geschafft ist, brauch ich auch keine TotalLösung mehr, eine, die einfürallemal etwas löst... Dann kann ich mit den kleinen Schritten in Frieden sein – sie sind mein Leben
10.9.06 20:18


Da war...

... der Straßenbettler, der mir, als ich ihm erzähle, dass ich heute nichts für ihn habe und traurig hinzufüge, dass ich nichtmal mehr was für den büchertrödel hab, 5 Euro schenkt ...
12.9.06 20:58


• Das Wunder der Perle •

Man erzählt sich die Geschichte
einer Perle hier am Strand.
Sie entstand in jener Muschel
durch ein grobes Körnchen Sand.

Es drang ein in ihre Mitte
und die Muschel wehrte sich.
Doch sie musste damit leben
und sie klagte: Warum ich?

Eine Perle wächst ins Leben,
sie entsteht durch tiefen Schmerz.
Und die Muschel glaubt zu sterben,
Wut und Trauer füllt ihr Herz.

Sie beginnt es zu ertragen,
zu ummanteln dieses Korn.
Nach und nach verstummt ihr Klagen
und ihr ohnmächtiger Zorn.

Viele Jahre sind vergangen.
Tag für Tag am Meeresgrund
schließt und öffnet sich die Muschel.
Jetzt fühlt sie sich kerngesund.

Ihre Perle wird geboren.
Glitzert nun im Sonnenlicht.
Alle Schmerzen sind vergessen,
jenes Wunder jedoch nicht.

Jede Perle lehrt uns beten,
hilft vertrauen und verstehn,
denn der Schöpfer aller Dinge
hat auch deinen Schmerz gesehn.

Nun wächst Glaube, Hoffnung, Liebe,
sogar Freude tief im Leid.
So entsteht auch deine Perle,
sein Geschenk für alle Zeit.

Sören Kahl
12.9.06 22:13


8. September

Versuche nicht, Sägespäne wieder zusammenzufügen. (Dale Carnegie)

Der Berg von Sägespänen, der sich unter einer Tischlerarbeit anhäuft, kann nie wieder seine ursprüngliche Form zurückerlangen. Die Holzbretter, die beim Hausbau verwendet werden, können nie wieder als Bäume in einem Wald stehen. Ein Naturgesetz besagt: Etwas, das seinen Zustand ändert und eine andere Form annimmt, kann nie mehr seinen ursprünglichen Zustand zurückerlangen.

Es leuchtet uns ein, dass sich dieses Gesetz auf die Natur anwenden lässt, aber es fällt uns schwer zu glauben, dass auch die Vergangenheit nicht rückgängig gemacht werden kann. Die Vergangenheit kann nie wieder Gegenwart werden. Auch wir sind nicht mehr dieselben Menschen, die wir mit fünf, zehn oder zwanzig Jahren waren. In der Vergangenheit leben zu wollen bedeutet, Sägespäne kitten zu wollen. Um in der Gegenwart zu leben, müssen wir neues Holz bearbeiten und neue Berge von Sägespänen anhäufen.

Heute Abend will ich aufhören, in der Vergangenheit zu leben, sondern die Gegenwart zu sehen, wie sie wirklich ist: unberührt, frisch und neu.


Aus: Licht in der Nacht - ein Buch zur nächtlichen Meditation
13.9.06 09:48


Da war...

... dieser Handwerker. Ich ging zu xxx, ein kleiner Tapetenmarkt, um einen Deckenhaken für die Küchenlampe zu kaufen. xxx kümmerte sich nicht um mich- ich glaube, er ist ärgerlich, weil ich nicht mehr so oft bei ihm kaufe, aber er hat mir öfters Mist angedreht. "Der Mann" führte gerade irgendwelche Malerarbeiten aus. Er fragte nach einer Weile, ob er helfen könne. Ich sagte, was ich suchte, xxx mischte sich ein und sagte, das führten sie nicht mehr. Nur noch Gardinenhaken. Nun denn, ich sah mich, weil ich nun einmal da war, noch etwas um, bei den Teppichresten und Bodenbelägen.
Da kam der Handwerker nochmal und fragte, was ich denn genau brauchte und wieviel und so... Ich erklärte, es ginge vor allem um die Küchenlampe, die würde ich so gerne aufhängen. Alles im Gehen erzählend, denn er winkte mich mit, dahin, wo er sein Werkzeug stehen hatte, fing an zu wühlen und hielt mir dann einen Haken hin. Noch ein bißchen hin-und herberaten, Größe, Tips, falls es so nicht paßt,
und glücklich strahlend verließ ich, nachdem ich mich freudig bedankt hatte, mit zwei Haken und einem Dübel aus der Kiste des Handwerkers den Laden. Er hatte mindestens genauso gestrahlt wie ich, und einen Moment lang war ich richtig verliebt. Da war eben nicht nur Höflichkeit, sondern Freundlichkeit und Freude, die ansteckten, die Lebenslust ausmachten.
13.9.06 12:07


 

Eigentlich wollte ich heute eine weitere alltägliche Hoffnungsgeschichte eintragen - aber ich hatte mich wohl zu früh gefreut: die Odyssee der Roma-Familie, die seit vielen Monaten von Kirchenasyl zu Kirchasyl zieht, ist anscheinend doch noch nicht beendet. Also habe ich gerade erst einmal einen Brief an Bündnis90/die Grünen geschrieben, mit der Bitte um weitere Infos - weil die Nachrichten so widersprüchlich sind. Manno... - eine Abschiebung wäre echt ein Armutszeugnis...

 

Hier die zwei Artikel:

RP

Grüne

17.9.06 14:27


Lieben oder Gehorchen?

Vorgeschichte: Jemand schrieb mir, er habe sich drei Geckos zugelegt. Und ob ich das sei in dem Tierforum unter dem Nick XY ... Nein, sei ich nicht, antworte ich, meine Devise sei: Freiheit für alle Exoten. Zurück kommt: ja, so habe man früher auch mal gedacht, aber vieleicht solle man nicht immer so streng sein...

Ich schreibe innerlich zurück: Solange solche Fragen eine Frage der Strenge und des Sollens oder Müssens seien, bewege ich mich auf Über-ich-Ebene; und das bringt mit sich, dass ich natürlich immer wieder versuche, Regeln zu lockern, um mich frei fühlen zu können.

Anders sieht es aus, wenn es keine frage des sollens und der strenge ist, sondern eine der liebe. dann stellt sich die frage so nicht. dann lautet sie vielleicht: wie ernst mache ich mit der Liebe? Wie tief bin ich bereit, und fähig, zu lieben? Die Liebe stellt andere Fragen...

Und auf einmal verstehe ich meine Aversion gegen das "Sei doch nicht immer so streng mit dir". Es löst Unbehagen in mir aus - nicht weil ich so gerne streng mit mir sein möchte oder mir nicht erlauben kann, nicht streng zu sein - sondern weil direser Ratschlag mich zurückwirft; weil er mich auf einem regredierten Niveau ansiedelt, mich klein macht, indem er voraussetzt, es ginge um Strenge und dürfen.

Solange ich nicht in meiner Mitte angekommen bin, zurückgefunden habe zu dem Geheimnis, der Kraft, der Macht, die in mir lebt und mich mit allem verbindet, solange bin ich ständig in Ringkämpfe mit Über-Ich-Personen/Stimmen/Facetten verwickelt.

Ich kann nicht beschreiben, wie der andere Ausgangspunkt ist. Es ist eina Art Quantensprung. und die gängigen Begriffe reichen nicht aus - sie reproduzieren immer nur das Alte.

"Eigentlich" habe ich diesen Kreislauf verlassen, aber ich finde mich an dem neuen Ort nicht zurecht. Weil ich Lehrer bräuchte!

Ich habe verzweifelt danach gesucht, aber alle, die ich fand, reproduzierten nur die alten Muster. Die alten, "bösen" ÜberIch-Stimmen wurden durch neue, "liebe", ausgetauscht. Die ganze Innere Kind-Arbeit scheint mir darauf hinauszulaufen...

Meinem Entwicklungsstand wurde und wird das nicht gerecht.

Es klingt immer so gefährlich nach Größenwahn, zu glauben, man sei weiter als andere. Und ich habe mich verlaufen und bin verwirrt. Aber das ändert nichts daran, dass die Hilfe, die verfügbar ist, für mich Rückschritt bedeutet.

Und dass ich mit Unverständnis zur Kenntnis nehme, wie anscheinend alle anderen damit glücklich und zufrieden sind. Ich stehe vor einem Rätsel.

 

 

Nachfolgende Zeilen passen gut zu dem vorangegangenen. ich habe sie nach einer Therapie an den Therapeuten geschrieben.

Zurück in die Zukunft

Meine Wünsche hingen hoch

und das mussten sie;

so erschuf ich mir wieder eine Zukunft

ein Gerüst, an dem ich mich erneut aufrichten wollte

Sie aber suchten in der Tiefe

in der Annahme,

dass ich dort zu finden sei

So dass auch ich mich herabbeugen musste

zu Ihnen

Um wieder auf gleicher Höhe zu sein

denn das schien mir Wachstum

Zurück in die Zukunft wollte ich

und das wollten Sie auch

aber Sie wollten mir zeigen müssen

wo Zukunft ist und wo Vergangenheit

denn das sind die Regeln

die Sie kennen

Aber als ich das tat, sagten Sie:

Warum machen Sie sich so klein?

Ob Sie nicht gemerkt haben, dass ich nur nachgezogen habe?

Ich vermutete Klarheit –

wo die Grenzen zwischen Ich und Du verschwommen waren

Sie aber steckten den Terrain ab –

den Terrain, in dem kein Ich sein kann und kein Du

Und verlangten dann: Sei Du

Wo Sie kein Ich waren, und ich darum vergeblich

ein Du forderte – um Ich sein zu können

Denn wo kein Ich, da kein Du

Der Vorsprung, den sie vorgaben

Ihr Vermögen, wo mein Unvermögen herrschte,

war gelogen.

Offenbar ist mein Vorsprung sogar größer –

denn ich weiß um mein Unvermögen.

Sie vermuten Ich, wo keines ist

Klarheit, wo Verschwommenheit herrscht

wähnen sich entwachsen, wo Sie noch verpuppt sind

Wohin nur wollten Sie mir helfen?

 

Lieben oder gehorchen - denke immer noch darüber nach... ich bin doch auch immer wieder in diesen Teufelskreis verstrickt.... - aber erhalte einen wertvollen hinweis, etwas ,was ich eigentlich weiß, aber was nicht oft genug gesagt werden kann: ich muss mich immer wieder fragen, was mich umtreibt: die Liebe, oder der Gehorsam. Es ist ein gutes Kriterium... 

19.9.06 11:59


 

Hallo an die, die hier lesen

(hab keine ahnung, wer - aber dass ein paar leute mitlesen, zeigt mir das system ja an...)

die nächsten tage muss ich endlich mal wieder versuchen, mich wie in alten, onlinelosen - zeiten , zu konzentrieren, um Resümee zu ziehen. Normalerweise mach ich das vierteljährlich; die Sommerhorizonte hab ich aber nicht hingekriegt. Aber die Herbsthorizonte und die "Auswertung" des Lernprogramms "Sommer" sind zu wichtig, als dass ich sie schlabbern ließe.

Ich glaube, heute ist ein guter tag, damit anzufangen: meine zeitungen sind, trotz Wärme, ausgetragen und mich zieht nichts mehr nach raußen; und drinnen ist es herrlich kühl ;-)

Carpe Diem

22.9.06 12:58


Herbsthorizonte

Meine Herbsthorizonte sind fertig. Sie sind diesmal denkbar einfach  :



Als ich anfing, auszuwerten, war ich echt frustriert: keine Antwort auf meine Frage, ja ich hatte mich sogar mit der „falschen“ Frage beschäftigt, so dachte ich...
Die Frage war aus dem Kartenbild, das ich zum Sommer gelegt hatte entstanden, und ich hatte festgehalten:


In den Dienst welcher "Sache" will ich mein Leben stellen?

Als ich jetzt mit der Auswertung anfing, war die Frage, die ich im Kopf hatte:

Was trägt mich...

Nun, auf beides hab ich keine Antwort – aber ich habe festgestellt, dass beide Fragen zusammenhängen.

Im Buch zum Haindl-Tarot fand ich: "Denn wiewohl das Land verwundet war, wurde es vom Gral am Leben erhalten, bis der heilige Ritter dem König Genesung brachte"

Der Gral - zusammen mit Parzival meine zentrale Karte für den Sommer - steht also nicht nur für das Gesuchte, für das, was Genesung bringt, er steht steht ebenso für das, was uns auch im Verborgenen am Leben hält.
Das, was ich suche, um meinem Leben einen Sinn zu geben, IST bereits da und wirkt und hält mich am Leben - auch wenn ich es nicht begreife, nicht glaube, nicht merke.

Es ist gut, dass ich mich doch immer wieder zwinge, mich zu konzentrieren, so wie jetzt die letzten Tage. Ich habe keine greifbaren Ergebnisse, aber eine solche Aktion bringt mich immer ganz ins Zentrum meines Lebens; es erinnert mich immer an die Begegnung Momos mit den Stundenblumen – ja, so ähnlich ist es...
Es gibt nichts, was ich festhalten könnte – außer dem Gefühl in meinem Herzen, wenn ich dort bin. Und ich bin dankbar, dass ich doch immer wieder den Weg dorthin finde. DANKE


Was sonst noch von diesem Sommer übrig geblieben ist die Idee mit den Hoffnungsgeschichten; ich will Hoffnungsgeschichten aufschreiben und sammeln – nicht nur hier, sondern vielleicht in einem offenen Forum, so dass andere mitsammeln können.

Ich wünsche allen, die hier lesen, einen genießerischen Herbst.

P.S. Obiges Bild mit Anfrage (Genießen?) hab ich mir groß ausgedruckt und es hängt jetzt da, wo immer meine Horizonte hängen - so, dass ich sie morgens während dem inneren Sammeln sehe...

Image Hosted by ImageShack.us

26.9.06 18:23


Vor einem Winter

Ich mach ein Lied aus Stille
Und aus Septemberlicht.
Das Schweigen einer Grille
Geht ein in mein Gedicht.

Der See und die Libelle.
Das Vogelbeerenrot.
Die Arbeit einer Quelle.
Der Herbstgeruch von Brot.

Der Bäume Tod und Träne.
Der schwarze Rabenschrei.
Der Orgelflug der Schwäne.
Was es auch immer sei,

Das über uns die Räume
Aufreißt und riesig macht
Und fällt in unsre Träume
In einer finstren Nacht.

Ich mach ein Lied aus Sille.
Ich mach ein Lied aus Licht.
So geh ich in den Winter.
Und so vergeh ich nicht.

Eva Strittmatter

26.9.06 18:47


 [eine Seite weiter]

Gratis bloggen bei
myblog.de

Kategorien